Reise blog von Travellerspoint

Sao Vicente - Die Künstlerische & Reisefeedback

Liebe Leser,
kaum zu glauben, aber die 3 Wochen sind schon vorbei und wir befinden uns gerade im Flugzeug zunächst Richtung Lissabon. Dort werden wir eine Nacht verbringen, bevor es dann am Dienstag nach Hause geht. Die Zeit ging so unglaublich schnell vorbei und ich hatte mich gerade wieder an das Reiseleben gewöhnt. In diesem Blogeintrag werde ich euch nun noch über die Insel Sao Vicente berichten und euch am Ende ein Fazit über Kap Verde und unsere Reise geben.
Die Insel Sao Vicente kann man auf die Stadt Mindelo reduzieren, denn der Rest der Insel ist karg und menschenleer. Die Landschaft präsentiert sich jedoch als bergig. Mindelo erkundeten wir bereits schon letzten Mittwoch, bevor es mit der Fähre weiter nach Santo Antao ging. Die Stadt ist das Zentrum der Musik und man hatte sogar den Eindruck, sich in einer echten Stadt zu befinden, obwohl auch hier die Einwohnerzahl eher gering ist. Während die Häuser an der Küste eher groß und farbig sind, befinden sich am darüber liegenden Hügel die typisch Kapverdischen Steinhäuser und am höchsten Punkt schließlich unser Hotel. Deshalb hatten wir einen fantastischen Ausblick auf die Stadt bis zum Meer. Mindelo hat außerdem einen unglaublich schönen Stadtstrand zu bieten, wo das Meer eine besonders blaue Farbe hat und man sich geschützt in einer Bucht befindet. Direkt daneben, der Hafen, wo sowohl die bunten Fischerboote, als auch Yachten vor sich hinschaukeln. Und was darf bei einem kapverdischen Hafen nicht fehlen? Richtig, der Fischmarkt. Schon der Geruch, der hier stets durch die Gassen weht, zeugt von frischem Fisch, der hier angepriesen wird. Ich glaube, ich hab noch nie so viel Fisch gegessen, wie auf dieser Reise, der hier auch unglaublich gut schmeckt. Wir schlenderten also ein wenig durch diese Stadt der Musik, der Kultur und der Kunst und waren ganz entzückt von der schönen ruhigen Innenstadt mit bunten Kolonialgebäuden. Auch hier sind viele Hauswände mit Kunstwerken bemalt und aus Restaurants klingt die kapverdische Musik.
Gestern, wieder zurück von Santo Antao, entschieden wir uns dazu eine kleine Dünenwanderung zu machen. Start war der Ort Salamansa im Nordosten der Insel und von dort ging es am Meer entlang. Es war unglaublich heiß und wir liefen zunächst durch eine karge Steinwüste, wo nichts wuchs. Es ging an Fischerbooten vorbei, wir überquerten Landzungen, einen Meerwassertümpel, sahen Basaltsäulen und erreichten nach 2 Stunden schließlich die Häuser von Baia das Gatas. Dort wurde am Strand gegrillt und sich im Wasser erfrischt, was wir den Einheimischen nachmachten. Schöner war jedoch der Strand in Mindelo, wohin es uns anschließend führte. Ihr müsst wissen, sonntags ist in den kapverdischen Städten noch weniger los als sonst. Es scheint wie ausgestorben und in Mindelo befindet sich die Bevölkerung dann am Strand. Dort verabschiedeten wir uns vom Atlantik und ließen unseren letzten Reisetag am Strand ausklingen.

Was hat uns nun an Kap Verde und an unserer Reise besonders gut gefallen?

DIE MENSCHEN
Die Einheimischen sind super nett und hilfsbereit. Man wird stets gegrüßt, sie bleiben aber trotzdem höflich. Im Gegensatz zu Asien wollte hier niemand Fotos mit uns und wir wurden auch nicht dauernd angegafft, was sehr angenehm war. Außerdem gefällt uns die entspannte Einstellung der Menschen. Stress ist auf den Inseln ein Fremdwort und alles geht seinen ruhigen Gang.

DAS ESSEN
Neben dem Kapverdischen Essen Cachupa und Fisch findet man meist alles, von Hühnchen, Rind, Schwein, Pommes, Reis bis hin zu Pizza, Nudeln und Burger auf der Karte. Alles hat gut geschmeckt und wir hatten auch nie Magenprobleme, obwohl wir auch Tomaten oder Äpfel (also ungekochte Sachen) gegessen haben. Dass man hier kein Leitungswasser trinken kann, versteht sich von selbst. Und zum Frühstück gibt es sogar Brötchen!

DAS ISLANDHOPPING
Wie schon oft erwähnt, hat mir das Erkunden der vielen verschiedenen Inseln unglaublich Spaß gemacht. Die Inseln sind alle sehr klein, so dass man nie lange Reisezeiten in Anspruch nehmen muss.

ABWECHSLUNG
Jede Insel ist anders, so dass es nie langweilig wird. Ob Strand, Berge, Vulkane oder Geschichte in den Kolonialstädten, von allem ist etwas dabei. Jedoch waren 3 Wochen völlig ausreichend. In 4 Wochen hätten wir vermutlich die Inseln Brava und Maio noch besucht.

EXOTIK
Der afrikanische Touch sorgt für das richtige Maß an Exotik, während durch den portugiesischen Einfluss Kap Verde mehr entwickelt ist, als andere afrikanische Länder.

LANDSCHAFTEN
Die Kapverden haben wirklich unfassbar schöne Strände zu bieten, das Wasser klar und hellblau. Ob Wüste, die grünen Berge von Santo Antao oder die Vulkanlandschaft auf Fogo, alle sind sie wunderschön und einzigartig.

EWIGER SOMMER
Da es auch in der "Regenzeit" heiß ist und die Sonne scheint, kann man die Kap Verden zu jeder Zeit besuchen. Wir hatten zwei Mal Regen, was uns zwischendurch gut tat und meinen Pullover habe ich genau 1 Mal auf dem Vulkan gebraucht.

WENIGE TOURISTEN
Bis auf Sal und Boa Vista sind die Inseln relativ untouristisch, besonders in der Nebensaison. Schöne Orte sind aus diesem Grund nicht überfüllt und man kann die Ursprünglichkeit des Landes in vollen Zügen erfahren.

SICHERHEIT
Wir haben uns zu keinem Moment unsicher gefühlt. Die Kapverden sind ein sicheres Reiseland. Wie überall auf der Welt sollte man auch hier auf seine Sachen aufpassen und keine Wertgegenstände offen herumtragen. Außerdem haben wir darauf geachtet, vor Einbruch der Dunkelheit in der Unterkunft zu sein, was meistens geklappt hat.

UNTERKÜNFTE
Natürlich kann man nicht europäische Verhältnisse erwarten. Aber wir hatten nur einmal Pech mit unserer Unterkunft und sind dann umgezogen.

DIE RELIGION
Nicht überall auf der Welt kann man kurze Hosen und Tops tragen oder im Bikini im Meer baden. In muslimischen Ländern haben wir in dieser Hinsicht schon schlechte Erfahrungen gemacht und mussten uns trotz Hitze anpassen. In Kap Verde muss man sich jedoch darüber keine Gedanken machen. Die Menschen sind katholisch, sind jedoch entspannt und tragen selbst kurze Sachen.

Was hat uns nun nicht so gut gefallen oder fanden wir etwas problematisch?

DER TRANSPORT
Sowohl bei der Fähre oder beim Flugzeug weiß man nie, ob diese überhaupt starten. Man muss deshalb immer flexibel sein. Die Fahrzeiten der Fähren kann man leider nicht übers Internet herausfinden, sondern nur vor Ort am Hafen, was ebenfalls genaues Planen schwierig macht. Außerdem raten wir davon ab, die Cabo Verde Airline zu nutzen, sondern Inlandsflüge eher mit Binter anzutreten, was zuverlässiger ist. Auf der Insel kommt man gut mit den Minibussen, mit Aluguers, von A nach B. Diese fahren jedoch erst los, wenn sie bis oben hin vollgestopft sind. Aus diesem Grund kann es auch vorkommen, dass man mehrere Stunden warten muss.

DIE STRAßEN
Geteerte Straßen gibt es selten. Meist fährt man auf Pflasterwegen, die in den 50er Jahren gebaut wurden. Schnelles Fahren ist deshalb eher unmöglich, da jederzeit eine Kuh auf der Straße stehen kann oder man Steinen ausweichen muss. Auf jeder Insel gibt es meist nur 1-3 Straßen. Zu abgelegenen Orten führt dann eine Schotterpiste, meist nur mit Jeeps fahrbar.

AUFDRINGLICHE VERKÄUFER
Es fängt ganz harmlos an. Die Menschen fragen, wie es geht und woher man kommt. Doch nicht einfach so, sie wollen natürlich was verkaufen. Wie in allen touristischen Orten dieser Welt, trifft man auch hier auf Sal und Boa Vista auf sehr aufdringliche Verkäufer. Diese versuchen, Touristen mit raffinierten Methoden in ihre Shops zu bringen. Mir wurde ein Armband geschenkt, sodass ich mich genötigt fühlte, etwas zu kaufen. Am Strand reagierten sie erst auf ein drittes Nein, danke. Auf Dauer kann dies sehr anstrengend sein.

STREUNENDE HUNDE
Ob beim Wandern, in der Stadt oder am Strand, überall sind sie, meist am Verhungern und krank. Doch das schlimmste ist, man weiß nie, ob sie desinteressiert weiter schlafen oder dich im Vorbeigehen anknurren und rumkläffen. Ich empfehle daher eine Tollwutimpfung.

DIE KOSTEN
Leider waren wir teilweise überrascht von den hohen Kosten, die meist schon deutschen Preise glichen. Taxifahrten und das Essen sind vergleichsweise teuer. So bezahlt man für ein paar Kilometer Taxi schon 10 Euro und für eine Speise in einem normalen Restaurant 7-10 Euro. Beim Handeln bleiben sie leider hartnäckig. Zum Vergleich: in Asien bezahlt man für einen Teller Reis mit Hühnchen 2 Euro.

DIE HITZE
Selbst Akazien scheinen in diesem Land fast keine Chance zu haben. Es ist unglaublich heiß und trocken! Auch nachts kühlt es nicht ab. Schlafen ohne Klimaanlage? Unmöglich! Wir haben es eine Nacht ausprobiert und kein Auge zu gemacht. Man hat immerzu Durst und auch bei kurzen Aufenthalten in der Sonne muss man sich mit 50er Sonnencreme eincremen, sonst wird man sofort rot. Die Kleidung ist immerzu nass geschwitzt und der Schweiß tropft von der Stirn. Doch man gewöhnt sich dran und man kann die Hitze sowohl positiv, als auch negativ auffassen. Wir bevorzugen warme Reiseländer, doch manchmal raubten uns die hohen Temperaturen die letzte Energie.

FEHLENDE ENGLISCHKENNTNISSE
Mit Englisch kommt man hier leider nicht überall weiter. Dank Kamils Spanischkenntnisse, woraus er sich manche portugiesische Worte ableiten konnte, konnten wir uns relativ gut durchschlagen. Auch ich musste manchmal meine eingerosteten Französischkenntnisse ausgraben. Durch unsere Erfahrung kommt man jedoch mit Freundlichkeit und einem Lächeln immer weiter!

Zusammenfassen kann ich die Kapverden als ein tolles, interessantes Reiseland weiterempfehlen. Wir hatten eine erfolgreiche, abwechslungsreiche Reise, hatten schöne Erlebnisse und haben eine neue Kultur kennengelernt. Da Kap Verde entwickelter ist, als die meisten Länder in Afrika, ist dieses Land zudem ein guter Einstieg für diesen Kontinent. Und wieder wurde mir bewusst, dass ich es liebe zu reisen und neue Orte unserer Welt kennenzulernen. Auch unbekannte Länder sind es oftmals wert, bereist zu werden! Wir kommen nicht nur mit einem Rucksack voll dreckiger Kleidung und einem leeren Geldbeutel zurück, sondern außerdem mit einen Koffer voller Erinnerungen, Erlebnissen und Erfahrungen, die für immer bleiben.

Bis zum nächsten Jahr!
Eure Franzi

Mindelo
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Dünenwanderung
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Eingestellt von franzijacob 13:07 Archiviert in Kap Verde Kommentare (0)

Santo Antao - Die Gebirgige

Liebe Leser,
Wir befinden uns in Afrika. Dies zeigte uns mal wieder die Situation vergangenen Dienstag Abend. Gerade als ich meinen letzten Blogeintrag veröffentlicht hatte, wurde unser Flug von Sal nach Sao Vicente gecancelt. Hier muss man jedoch mit so etwas rechnen und es überraschte uns kaum, dass es bei einem unserer vier Inlandsflüge nun soweit war. Doch man muss immer das Positive sehen. Wir wurden nämlich für diese Nacht in einem 5 Sterne Resort mit all inclusive untergebracht (natürlich von der Airline bezahlt) und konnten am nächsten Morgen fliegen. So schafften wir es letztendlich in die Hafenstadt Mindelo nach Sao Vicente, wovon wir am Donnerstag früh die Fähre nach Santo Antao nahmen. Die nächsten 3 Nächte verbrachten wir in der Hafenstadt Porto Novo, in der durch den regelmäßigen Schiffsverkehr der Kontakt zur Außenwelt hergestellt wird. Genau wie alle anderen Städte der Kapverden ist auch Porto Novo unglaublich verschlafen. Nur wenn die Fähre anlegt, wird es aufeinmal lebhaft. Frauen verkaufen dann Obst, Ziegenkäse, Schnaps und Zigaretten. Und vor dem Eingang des Hafens stauen sich Taxis und Aluguers, die aktiv versuchen, Passagiere anzuwerben. Nach kurzer Zeit ist der Trubel wieder vorbei und alles geht seinen gewohnten Gang. Die kleinen bunten Boote der Fischer schaukeln im Meer, Kinder spielen mit einem Ball, die Männer sitzen im Schatten und spielen Karten und die Frauen putzen den Fisch für die Kunden. Da wir die Insel erst mittags erreichten, entschieden wir uns zunächst ein Auto für diesen Tag zu mieten und die Insel von Süden nach Norden über die westliche Straße zu erkunden. Das Gebirge präsentierte sich hier trocken und karg. Steil ragen die Felswände direkt über dem kleinen Pflastersträßchen auf, welches wir mit unserem Jeep entlang ruckelten. Die Felswände ragten unter uns ein paar hundert Meter in die Tiefe in ein ausgetrocknetes Flussbett. Ab und zu durchquerten wir Minidörfer, die aus ein paar vereinzelten Häusern bestehen. Wie so oft in Kap Verde flattert auch hier die bunte Wäsche zwischen den Steinhäusern. Wir folgten der Passstraße immer weiter hinauf und uns offenbarten sich grandiose Ausblicke auf das Gebirge, Porto Novo und das Meer. Auf der anderen Seite der Berge ging es dann genauso steil wieder hinab bis in die Stadt Ribeira de Cruz, die im Norden der Insel am Meer liegt. Wir hatten also die Insel innerhalb von einer Stunde überquert. Zu Abend aßen wir in dem benachbarten Ort Ponta do Sol in einem Restaurant direkt über dem Meer. So konnten wir die hohen Wellen beobachten, die in das kleine Hafenbecken schwappten, das manche Einwohner als Abkühlung nutzten. Gestern ging es dann los mit der ersten Wanderung. Wir fuhren mit einem Aluguer wieder in die Berge, dieses Mal die östliche Straße bis in den Ort Corda, von wo es nun zu Fuß weiter ging. Im Gegensatz zum Westen präsentiert sich der Osten unglaublich grün. An den umliegenden Berghängen wachsen exotische Pflanzen, die die Einheimischen hier auf Terrassen sorgsam angepflanzt haben. Hin und wieder mäckert eine Ziege oder man entdeckt Kühe und Esel auf dem Weg. Während wir dem steilen Serpentinenweg hinab folgten, genossen wir die wunderschöne Aussicht. Nach den flachen, trockenen Inseln wie Sal und Boa Vista war dies nahezu ein Farbenfeuerwerk für uns. Nach 900m Abstieg hatten wir nun ein Dorf erreicht durch welches wir hindurchliefen und freundlich von den Einheimischen mit einem "Bon Dia" begrüßt wurden. Ziel war heute Ribeira Grande, was wir verschwitzt und erledigt erreichten. Doch das sollte nicht die einzige Wanderung auf der schönen Insel gewesen sein. Auch heute fuhren wir wieder ins Gebirge, um eine noch etwas längere Tour anzutreten. Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite und wir hatten Glück, dass wir morgens vorsorglich die Regenjacken eingepackt hatten. Als wir aus dem Aluguer stiegen, sahen wir zunächst… nichts. Wir befanden uns in dichten Wolken und leichter Regen prasselte auf unsere Kapuzen. Doch ich muss ehrlich sagen, dass mir das nach so vielen Tagen der Hitze und Trockenheit gut tat, vor allem weil es trotzdem noch angenehm warm war. Die Flora schien hier nahezu zu explodieren, denn überall wuchsen Pflanzen in saftigem Grün, dazwischen bunte Blumen. Auch auf dieser Tour führte uns ein steiler Serpentinenweg 1200 Höhenmeter nach unten, was unsere Beine schließlich schmerzen ließ. Zudem war der Pflasterweg durch den Regen und die Feuchtigkeit glitschig, weshalb ich mich oft an der Felswand fest krallte, die steil über uns aufragte. Bald schon liefen wir aus dem Nebel hinaus, die Wolken schwebten als Decke über uns und entluden sich regelmäßig. Doch jetzt konnten wir die Aussicht genießen. Wir liefen nämlich mitten durch Zuckerrohrplantagen und Terrassen mit Kaffee- und Bananenpflanzen. Normalerweise steigen den Weg Bäuerinnen täglich mehrmals hinauf und hinab, um Mais, Bohnen und tropische Früchte auf dem Kopf zum Meer zu transportieren. Dies sind hier nämlich Grundnahrungsmittel und befahrbare Straßen gibt es zu den Plantagen nicht. Heute sahen wir jedoch keine Bauersfrau, aufgrund des Wetters vermutlich. Beeindruckend ist das Bewässerungssystem, aus dem hin und wieder ein Plätschern zu hören war. Wasser aus Gebirgsquellen wird durch eine Rinne mit möglichst geringem Gefälle die Hänge hinab ins Tal geführt, damit die Pflanzen bewässert werden. Wir gelangten nun ins Tal und durchquerten ein Dorf, wo noch Häuser mit Strohdächern zu finden waren. Früher wohnte die Mehrheit der ärmeren Bevölkerung in solchen Häusern. Völlig erschöpft nach 20km erreichten wir schließlich die nordöstliche Küste des Atlantik, die Stadt Pombas. Santo Antao ist für mich wohl die schönste Insel, aufgrund der Fruchtbarkeit und der Plantagen mit exotischen Pflanzen. Erinnerungen an die wunderschöne Landschaft bleiben für immer. Ich könnte hier ewig meine Eindrücke schildern, doch seht selbst in den Fotos, auch wenn diese niemals der Realität entsprechen können.

Eure Franzi

Roadtrip in den Westen
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1. Wanderung (von Corda nach Ribeira Grande)
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2. Wanderung (nach Pombas)
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Eingestellt von franzijacob 13:44 Archiviert in Kap Verde Kommentare (0)

Sal - Die Salzige

Liebe Leser,
Der Name der Insel Sal bedeutet Salz, da das kleine Städtchen Pedra de Lume einmal vom Salzhandel lebte. Sal war nun nach Boa Vista unser nächstes Ziel. Die Insel ist unglaublich flach, sehr karg, heiß und trocken. Vereinzelt sieht man kleine Berge in Form von Kegeln in die Luft ragen, ich tippte auf alte kleine Vulkane. Am Montag machten wir uns mit einem Mietauto auf den Weg und erkundeten die Insel. Die Straße führte uns zuerst nach Pedra de Lume. Wir wollten schließlich den alten Vulkan mit Salinen in seinem Krater mit eigenen Augen sehen. Wir spazierten also direkt in den Vulkan hinein, an dessen Kraterboden die Salzgärten in verschiedenen Pastelltönen glitzerten. Obwohl nun das Salz an Wert verloren hat, werden die Salinen noch heute genutzt, dienen aber auch als Wellnessoase, da man in ihnen baden kann. Wir freuten uns auf diese kleine Erfrischung, doch Pustekuchen. Das Solebad hatte aufgrund des hohen Salzgehalts Temperaturen wir in der Badewanne. Das Salz trieb uns direkt auf die Wasseroberfläche und wir ließen uns einen Moment treiben und genossen die Landschaft. Die angrenzenden Solen waren wenig oder gar nicht mit Wasser gefüllt, sodass wir über das weiße Salz spazieren konnten. Nach diesem salzigen Erlebnis führte unsere Tour weiter zur Bucht der Haie. Wir meisterten die Schotterpiste dorthin mit unserem Kia Picanto, während andere Touris mit Jeeps an uns vorbeigefahren wurden. Die Haie schwimmen an dieser Bucht ganz nah ans Ufer heran, berühren die Beine und lassen sich gut beobachten. Wir wateten ins flache Wasser ein Stück hinein und schon tummelten sich Babyhaie um unsere Beine. Angst hatte ich keine, sondern freute mich nur die Tiere aus der Nähe zu beobachten. Anschließend ging es weiter in den Nordwesten der Insel. Dieser Ort erinnerte mich etwas an Fogo, denn auch hier erkalteten einst Lavaströme abrupt im Meer und es entstanden ganz besondere Formationen. In den entstandenen Naturpools wird das Wasser durch die Gezeiten ausgetauscht und wir sprangen hinein und kühlten uns ab. Mein persönliches Highlight war eine etwas versteckte Höhle, zu der man zuerst hinunterklettern musste. In der Höhle gibt es ein tiefblaues Loch mit Meerwasser gefüllt, das vermutlich bei höheren Wellen überflutet wird. Eine weitere Attraktion war ein Loch ein paar Meter unter einer Lavazunge, wo das Meerwasser gurgelt und es je nach Sonnenstand tiefblau blitzt. Da wir genau zur Mittagszeit dort waren, konnten wir dieses Phänomen gut erkennen und die Farbe hatte definitiv etwas Magisches, während es um den Lichtfleck tiefschwarz blieb. Während einem kurzen Zwischenstopp in der Inselhauptstadt Espargos begegneten wir dort der puren Inselrealität. Man mag es auch authentische Atmosphäre nennen. Da die Lebenshaltungskosten auf Sal relativ hoch sind, reihen sich hier Wellblechhütten neben maroden Stein- und Wohnhäusern. Für mehr reicht der Verdienst für die Einheimischen meist nicht aus. Im Gegensatz hierzu boomt der Tourismus im Süden von Sal, in Santa Maria, was heute unser Ziel war. Nirgendwo sonst in Kap Verde tummeln sich so viele europäische Touristen, wie in Santa Maria. Es gibt sogar eine Fußgängerzone! Das Städtchen erstreckt sich am Meer entlang und besteht aus Hotels, teuren Resorts, Souvenirshops und Restaurants. Die Einheimischen laufen am Strand entlang und versuchen Souvenirs aufzuschwatzen, worauf ich letztendlich ziemlich genervt mit "no thank you" zum wiederholten Mal reagierte. Obwohl es wegen des Tourismus viele Einheimische der Kapverden nach Sal gezogen hat, können nicht alle davon profitieren. Dies zeigt leider die traurige Realität der Slums im Vorort von Santa Maria. Da wir jedoch in der Nebensaison unterwegs sind, ist der Tourismus im Vergleich zu anderen Orten dieser Welt relativ gering und wir suchten uns ein paar Meter weiter unter einer Palme ein ruhiges Fleckchen am Strand. An diesem Strand in Santa Maria stimmt einfach alles. Das klare Meer glitzert hellblau in der Sonne, der helle Sand ist weich und die Wellen brechen erst sehr spät, sodass man ruhig ins Wasser laufen kann und sich dann auf den Wellen treiben lassen kann. Wir tankten also heute noch etwas Sonne und Salz, denn das wird vermutlich der letzte Strandtag in diesem Jahr gewesen sein. Gerade sitzen wir wieder am Flughafen, mit Salz in den Haaren, mit Sand paniert und ich werde im Strandkleid diesen Flug antreten. Auf Reisen ist sowas jedoch nebensächlich und wir haben das kapverdische Motto "no stress" schon verinnerlicht. Wie immer sind wir neugierig auf die nächste Insel, wovon ich euch natürlich bald berichten werde.

Eure Franzi

Pedra de Lume
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Bucht der Haie
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Buracona
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Santa Maria
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Eingestellt von franzijacob 15:59 Archiviert in Kap Verde Kommentare (0)

Boa Vista - Die Sandige

Liebe Leser,
Schon beim Landeanflug auf die Insel Boa Vista sahen wir so gut wie nur Sand. Boa Vista ist eine Wüsteninsel und die Dünenstrände am blauen Meer, wo die Schildkröten ihre Eier ablegen, erscheinen endlos. Nach der Landung standen wir also zunächst einmal mitten im Nirgendwo. Schon sahen wir riesige TUI-Busse, die die Touristen in ihre Resorts brachten. Denn auf dieser Insel begann der Tourismus nach der Insel Sal zu boomen. Auch wir nutzten das aus und wurden für 4 Nächte zu Urlaubern in einem guten Hotel. Zwischen Reisen und Urlaub machen besteht nämlich ein großer Unterschied. Wir versuchen stets beides miteinander zu kombinieren. Reisen kann auf Dauer nämlich sehr anstrengend sein und 2 Wochen nur in einem Resort abhängen ist viel zu langweilig, weil man dort das Land wohl kaum kennenlernen kann. Während also die europäischen Touristen den einen Kilometer in riesigen TUI-Bussen zum Hotel gebracht wurden, schnallte ich mir meinen 13kg Rucksack auf den Rücken und wir liefen den sandigen Pflasterweg dorthin, nachdem wir von gefühlten 100 Taxifahrern gefragt wurden, ob wir die Strecke für 20 Euro mit ihnen fahren wollten. Dies führte dazu, dass wir von den Touris aus den Bussen wie Verrückte angestarrt wurden und am Eingang des Hotels misstrauisch gefragt wurden, ob wir Hotelgäste seien. Im Hotel angekommen, entspannten wir die nächsten 2 Tage. Die schwierigste Entscheidung bestand am Tag, sich zwischen Pool und Strand zu entscheiden und für welche Köstlichkeiten man sich am Buffet entscheiden sollte. Obwohl die Wellen sehr hoch waren, war der Strand wunderschön und wie aus dem Bilderbuch. Trotzdem fiel es mir zunächst schwer, mich an den Touristentrubel zu gewöhnen, nachdem wir auf den anderen Inseln beinahe keinem einzigen begegnet waren. In unserem Resort waren hauptsächlich Briten und Deutsche, die am Pool ihre roten, verbrannten Bäuche in die Sonne streckten und einen Drink nach dem anderen orderten. All inclusive musste schließlich ausgenutzt werden. Obwohl ich die Zeit in unserer Oase der Entspannung in vollen Zügen genoss, konnte ich mich mit den Leuten dort einfach nicht identifizieren, die sich nicht für das Land interessieren, indem sie sich gerade befinden. Das einzige "Kulturprogramm" bestand am Abend aus der Show, wo die Animateure afrikanische Tänze aufführten, die wohl kaum etwas mit Kap Verde zu tun haben. Umsonst machte ich mir Gedanken über meine Kleidung. Um jeden Kilo zu sparen, hatte ich nämlich nur ein etwas schickeres Kleid dabei, was leider mit Flip Flops kombiniert werden musste. Unsere deutschen Landsleute tauchten jedoch mit den altbekannten weißen Socken in Sandalen und Shorts zum Abendessen auf (in einem 5 Sterne Resort wohlbemerkt!!!), weshalb ich mir um mein Outfit nicht weiter Gedanken machen musste. Während also die besten Liegen in der ersten Reihe mit Handtüchern vor dem Frühstück reserviert wurden und der Geräuschpegel an der Poolbar mit der Zeit immer lauter wurde, liehen wir uns Bücher aus, spielten Boule am Strand und genehmigten uns natürlich auch den ein oder anderen Drink. Für mich standen täglich Bingo und Aqua-Fitness auf dem Programm und für Kamil Water-Polo und Beachvolleyball. Trotzdem erkundeten wir am dritten und vierten Tag auch ein wenig die Insel. So ging unser erster Ausflug in die Inselhauptstadt Sal Rei, die genauso verschlafen wie alle Städte in Kap Verde ist. Neben einem idyllischen Fischerhafen mit angrenzendem Fischmarkt findet man hier die typisch bunten Häuser an kleinen Pflasterstraßen, wo die Einheimischen in Hauseingängen vor sich hinträumen. Doch auch hier schieben sich die Reisegruppen durch die Straßen, lassen sich von den aufdringlichen Verkäufern der Souvenirshops Andenken aufschwatzen und essen Pizza und Burger in Restaurants. Nachdem uns des Öfteren bettelnde Kinder hinterherliefen und wir an dem ein oder anderen Souvenirladen nicht vorbeikamen, ohne mindestens eine Postkarte gekauft zu haben, entschieden wir uns, wieder in unser Resort zurückzukehren. Mehr begeistert hat mich am nächsten Tag der Ausflug zur Wüste Deserto de Viana, wo wir über Sanddünen spazierten und die sandige Landschaft genossen. Der stetige Wind sorgt dafür, dass keine Spuren im Sand zu sehen sind, was einen Eindruck der Unberührtheit hervorruft. Außer einzelnen Palmen und Akazien haben hier keine Pflanzen eine Chance. Zurück liefen wir über die Pflasterstraße zur nicht weit entfernten Künstlerstadt Rabil, die noch verschlafener ist, als alle Städte die wir bis jetzt gesehen hatten. Nun hat unser Aufenthalt auf Boa Vista auch schon wieder ein Ende und wir sitzen im Flieger auf die nächste Insel. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verließen wir unser Resort und freuen uns auf die nächste Insel. Die Zeit vergeht wie jedes Jahr so schnell! Außerdem macht mir das Islandhopping wirklich sehr viel Spaß, da jede Insel anders ist. Da die Inseln auch sehr klein sind, hat man nie lange Fahrten oder Reisezeiten, weshalb mehr Zeit zum Erkunden bleibt.

Eure Franzi

Im Resort (Riu Karamboa Resort)
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Sal Rei
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Deserto de Viana
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Eingestellt von franzijacob 14:00 Archiviert in Kap Verde Kommentare (0)

Fogo - Die mit dem Vulkan

Liebe Leser,
gerade sitze ich auf dem Schiff, beobachte Delfine im Meer und verlasse die Insel, die mich wohl am meisten fasziniert hat. Es handelt sich hierbei um die Insel Fogo, wo zahlreiche aktive Vulkane zu finden sind, die heute noch regelmäßig ausbrechen und ganze Dörfer zerstören. Doch die Menschen sind zäh und hartnäckig, bauten alles wieder auf als die Lava noch heiß war und wollten ihr Dorf nicht verlassen. So auch das Bergdorf Cha das Caldeiras, was Sonntag früh unser Ziel war. Von der Hauptstadt Sao Filipe machten wir uns mit unserem Fahrer und Guide um 5 Uhr früh auf den Weg, zuerst die Hauptstraße von Sao Filipe entlang, dann auf den gewohnten Pflasterstraßen und schließlich auf einer Schotterpiste bis zum Dorf. Es dämmerte nun bereits und wir sahen die Umrisse der Vulkane und die Überreste der Lawaströme und Gesteinsbrocken der letzten Ausbrüche 1995 und 2014. In einem Halbkreis begrenzen fast senkrechte Felswände eine Mondlandschaft. Krater, Spalten, Geröll, Ascheberge und Felder mit Vulkansand sind zu sehen und mittendrin ragt der Pico do Fogo auf, der weltweit aktivste Vulkan mit 2829m. Dessen Kraterrand sollte nun an diesem Tag unser Ziel sein. Die 1300 zu bewältigenden Höhenmeter und das Wetter begründeten unseren frühen Aufbruch, denn ab Nachmittag umhüllen Wolken den Vulkan und man sieht nicht mehr, wohin man tritt, was bei losen Steinen gefährlich werden kann. Wir starteten von Cha das Caldeiras einen ebenen Schotterweg entlang bis wir die Lavakrater erreicht hatten. Über diese liefen wir ebenfalls bis wir zum Fuß des Vulkans kamen. Zum Glück hatten wir uns für einen Guide entschieden, denn einen Weg gibt es hier nicht. Man muss sich hier auskennen, um zu wissen, wie man am besten hinaufsteigt. Außerdem waren wir die einzigen Leute, die unterwegs waren, da der September in der Nebensaison für Tourismus liegt. Nun wurde es immer steiler und steiler. Obwohl die Luft noch angenehm frisch war, kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Wir liefen zunächst über Vulkansand, balancierten über Geröll und am Ende mussten wir sogar über größere Felsen klettern. Wir legten regelmäßig Trinkpausen ein und ließen die grandiose Landschaft auf uns wirken, die immer besser wurde, je höher wir stiegen. Links die senkrechte Felswand, darunter direkt das Dorf inmitten der Mondlandschaft. Nun ließen sich auch die anderen kleinen Vulkane besser erkennen, die wie kleine Kegel in die Höhe ragten. Rechts rollte ein Wolkenteppich an das Gebirge heran, was den Rest der Insel von diesem unwirklichen Bereich abtrennte. Ein Blick nach Oben und wir sahen den immer näher kommenden Kraterrand, aus dem regelmäßig Dampf aufstieg und Schwefelschwaden zu uns hinunterwehten. Nach 3 Stunden hatten wir es endlich geschafft und schauten direkt in den Krater des Pico do Fogos hinein. Ein unglaubliches Gefühl machte sich in uns breit, so etwas erleben zu dürfen. Vulkane begeisterten mich schon letztes Jahr in Indonesien und auch hier zählt der Vulkanaufstieg wohl zu den Highlights auf dieser Reise. Nirgendwo sonst kommt man dem Erdinneren und dem ältesten Gestein der Erde so nah wie auf einem Vulkan. Die unberechenbare Macht und Kraft der Natur, gegen die wir Menschen nichts ausrichten können, wird hier deutlich. Überraschend schnell waren wir dann wieder unten, da wir einfach auf dem Vulkansand hinuntergleiten konnten. Nach anfänglicher Überwindung, da es wirklich eine steile Angelegenheit war, machte dies einen Heidenspaß. Wir leeren unten unsere Schuhe aus und fuhren zurück nach Sao Filipe, stolz den Aufstieg geschafft zu haben. Am Nachmittag liefen wir noch ein wenig durch das verschlafene Städtchen, wo bunte Herrenhäuser aus der Kolonialzeit aus dem 19. Jahrhundert zu finden sind. Ansonsten gilt hier das Motto "no stress". Niemand ist in Eile, die Menschen unterhalten sich auf der Straße oder sitzen bloß herum. Gestern mussten wir uns leider eingestehen, dass unser Reiseplan nicht ganz aufgeht. Der Fahrplan der Fähre auf die nächste Insel Brava war so ungünstig für uns, dass wir diese leider streichen mussten. Aus diesem Grund erkundeten wir noch ein wenig Fogo. Wir liehen uns ein Auto und umrundeten die Insel mit mehreren Stopps. Die einzige Straße führte uns vom Süden der Insel, der eine karge Steppe darstellt, Richtung Norden. Schon nach kurzer Zeit änderte sich die Landschaft und es wurde immer grüner. Uns bot sich ein wundervoller Blick über die Hänge hinab zum Meer und zur Nachbarinsel Brava. Die Orte, die wir passierten, sind so klein, dass wir oft an ihnen vorbeifuhren ohne es zu bemerken, denn Ortsschilder gibt es kaum. Im Norden befindet sich der Ort Ponta da Salina, dessen Fischerhafen Naturpools im Meer zu bieten hat. Die Naturpools bilden sich durch scharfkantiges Lavagestein, das hier wie schwarze Zungen ins blaue Meer ragt. Wir beobachteten eine Weile, wie die Wellen in die Pools schwappten. Weiter ging es immer am Kliff entlang nach Westen nach Mosteiros, wo an steilen Hängen tropische Obstbäume, Bananen, Orangen und Kaffee wachsen. Die unverputzten Häuser verteilen sich zwischen Mango - und Papayabäumen und hin und wieder sahen wir einen Esel hinter einer Palme hervorschauen. Weiter ging es der Pflasterstraße entlang, an steilen Abhängen, über uns das Vulkangebirge, welches jedoch von Wolken bedeckt blieb. Oft bekam man es etwas mit der Angst zu tun, denn die Straßen waren eng, nicht abgesichert und schlängelten sich als steile Serpentinen um die Berge. Manchmal mussten wir Felsbrocken ausweichen. Wieder im Süden an einem alten Vulkankegel angekommen endete schließlich unsere Tour und wir erreichten wieder Sao Filipe. Letztendlich bin ich froh darüber, dass wir nun noch einen Tag genutzt haben, Fogo zu erkunden. Die Insel bietet vielseitige Landschaften und das Vulkangestein ist fast überall sichtbar.
Wir sind gespannt, was morgen die nächste Insel für uns bereit hält.

Eure Franzi

Aufstieg Pico do Fogo
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Roadtrip über die Insel
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Eingestellt von franzijacob 09:12 Archiviert in Kap Verde Kommentare (0)

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